Vielleicht hast du ja schon etwas von der Künstlersozialkasse gehört. Möglicherweise hast du für dich auch festgestellt ob du selbst Mitglied dort werden kannst oder nicht. Aber selbst, wenn du dort kein Mitglied werden kannst solltest du die KSK kennen!

Anfang 2019 habe ich mich mit einer Freundin unterhalten und sie hat mich gefragt ob ich schon einmal vom KSK Beitrag gehört habe und ob man den zwingend zahlen muss. Ich so, hä? Bist du dort Mitglied, ja dann musst du den doch zahlen! Sie meinte aber nicht den Beitrag als Mitglied sondern den als Unternehmer für Leistungen von Künstlern – die Künstlersozialabgabe!

Vielen Unternehmern ist nicht klar, dass sie Künstlersozialabgabe zahlen müssen. Schließlich hat ihnen noch nie jemand gesagt, für meine Arbeit musst du aber noch eine Abgabe zahlen. Und tatsächlich sind Künstler auch nicht verpflichtet dies zu tun. Das wäre ja auch so, als würden sie einen daran erinnern müssen UST zu zahlen. Allerdings kann schon beim Auftrag eines Texters oder eines Webdesigner eine Künstlersozialabgabe fällig werden. Spätestens wenn ein Betriebsprüfer eine Nachzahlung herausfindet wird es sehr schmerzhaft!

    Was ist die Künstlersozialabgabe?

    Die Künstlersozialversicherung (Künstlersozialkasse) ist die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung für selbstständige Künstler und Publizisten. Die Versicherten zahlen etwa nur die Hälfte der Beiträge selbst. Die andere Hälfte setzt sich aus der sogenannten Künstlersozialabgabe der Unternehmen und einem Zuschuss des Bundes zusammen.

    Wer ist abgabepflichtig?

    Alle, die künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen verwenden, also zum Beispiel Werbeagenturen, Verlage und Kunsthändler.

    Damit ist fast jedes Unternehmen in Deutschland abgabepflichtig. Eine Abgabepflicht besteht z. B. meistens schon dann, wenn das Unternehmen Websites, Texte, Visitenkarten o. ä. erstellen lässt.

    Nur gelegentliche Aufträge, müssen keine Künstlersozialabgabe bezahlen. Als „gelegentlich“ gelten Aufträge, die eine “Geringfügigkeitsgrenze” von insgesamt 450 Euro pro Kalenderjahr nicht überschreiten. Dieser „Freibetrag“ gilt jedoch nur für Eigenwerber und solche Unternehmen, die unter die sog. Generalklausel fallen. Unternehmen, die typischerweise künstlerische & publizistische Leistungen & Werke selbstständiger Künstler & Publizisten in Anspruch nehmen, sind davon ausgenommen.

    Was ist abgabepflichtig?

    Grundlage für die Berechnung sind alle Rechnungen (netto), die von den Künstlern in einem Kalenderjahr bezahlt wurden. Dabei ist es völlig egal, ob der Künstler oder Publizist selbst Mitglied der Künstlersozialversicherung ist. Unrelevant ist ob der Künstler eine Ausbildung hat oder sein ständigen Aufenthalt im Ausland hat oder im Ausland tätig ist. Auch nebenberuflich Tätigkeiten gehören dazu. Das betrifft z.B. Studenten, Rentner, die sich durch eine künstlerische Tätigkeit etwas hinzuverdienen wollen.

    Wer ist Künstler?

    Eine erste Orientierungshilfe bietet der sogenannte „Künstlerkatalog“ der Künstlersozialkasse. Typische Künstler sind z. B. Grafik-Designer, Texter, Web-Designer. Da viele virtuelle Assistenten diese Leistungen auch anbieten, gehören diese natürlich dann auch dazu!

     

    Künstlersozialabgabe

    Im Jahr 2018 sank der Abgabensatz für die Künstlersozialversicherung deutlich auf 4,2 Prozent. Zum 1. Januar 2019 blieb der Abgabesatz unverändert.

    Beispiel: Sofern ein abgabepflichtiges Unternehmen im Kalenderjahr 2018 insgesamt 4.500 Euro an meldepflichtigem Entgelt gezahlt hat, ergibt sich die folgende Berechnung: 

    • Abgabesatz 2018: 4,2 Prozent
    • Meldepflichtige Entgelte 2018: 4.500 Euro
    • Künstlersozialabgabe 2018: 4.500 Euro x 4,2 Prozent = 189 Euro.

    In dieser Tabelle (Meldung bei der KSK bis 31. März Folgejahr (Anmelde- und Erhebungsbogen) können die an Künstler/Publizisten gezahlten Entgelte erfasst werden. Daraus wird der vom Unternehmen an die Künstlersozialkasse (KSK) zu meldende Betrag errechnet. Daneben kann die Vorauszahlung der Künstlersozialabgabe (KSA) im Jahr 2019 berechnet werden. Sie wird für Januar und Februar 2019 aus den Entgelten des Jahres 2017, für März bis Dezember 2019 aus den Entgelten 2018 berechnet.

    Warum ist das für dich als VA wichtig?

    Wenn du jetzt also als virtuelle Assistenz solche Tätigkeiten anbietest, die unter den Bereich der Künstlersozialabgabe fallen musst du dir bewusst sein, dass deine Auftraggeber diesen Beitrag für deine Arbeit leisten müssen. Jetzt bist du zwar nicht dazu verpflichtet es ihnen mitzuteilen, aber stell dir vor wie jemand sich ärgert, wenn eine Prüfung ins Haus kommt und man mehrere 1.000 € nachzahlen muss.

    Meine persönliche Meinung dazu ist, ich werden meinen Kunden informieren. Kann es sein, dass der Auftrag dann an jemand anderes geht? Möglich, aber ich habe ein reines Gewissen. Ich nutze ein Willkommenspaket für meine Neukunden, wo alle wichtigen Informationen über die Zusammenarbeit drin stehen und dort werde ich einfach folgenden Satz ergänzen: Bitte beachte, dass für künstlerische Tätigkeiten eine Künstlersozialabgabe in Höhe von 4,2 Prozent anfallen kann.

    Und noch ein weiterer Punkt ist wichtig, vielleicht arbeitest du auch mit externen Dienstleistern zusammen wie Grafik-Designer oder anderen virtuellen Assistenten. Dann musst du natürlich selbst darauf achten Künstlersozialabgabe zu zahlen!

    Arbeiten als virtuelle Assistenz

    Tanja Baumann